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Seit Jahren zeigt sich eine besorgniserregende Entwicklung im Schweizer Baumarkt: Während die Nachfrage nach Baumaterialien in anderen europäischen Ländern weiter steigt, kämpft die Schweiz mit einer deutlichen Stagnation beim Absatz von Holz und Bauholz. Experten sprechen von einer strukturellen Schwäche, die nicht nur die heimische Holzindustrie belastet, sondern auch die Bauwirtschaft insgesamt beeinflusst. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen, die auf lokale Holzlieferungen angewiesen sind. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zwischen 2018 und 2022 sank der Umsatz mit Bauholz um rund 12 %, während die Preise für Importmaterialien wie Stahl und Beton um bis zu 20 % gestiegen sind.

Ein zentraler Grund für dieses Phänomen liegt in der Abhängigkeit von Importen. Während die Schweiz zwar über eine der modernsten Holzverarbeitungsindustrie Europas verfügt, fehlt es an einer strategischen Planung für die heimische Produktion. Besonders kritisch ist die Lage bei hochwertigem Massivholz, das in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat. Laut einer Studie des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) aus dem Jahr 2022 deckt die Schweiz nur etwa 40 % des Bedarfs an Massivholz aus heimischen Ressourcen – der Rest wird aus Skandinavien, Osteuropa und sogar aus den USA importiert. Diese Abhängigkeit macht die Schweiz anfällig für Lieferengpässe und steigende Kosten, besonders in Krisenzeiten.

Ein weiterer Faktor ist die mangelnde Nachfrage nach nachhaltigen Alternativen. Während in anderen Ländern wie Deutschland oder Frankreich die Nachfrage nach zertifiziertem Holz und nachhaltigen Bauweisen stark wächst, bleibt die Schweiz hinterher. Laut einer Umfrage des Schweizerischen Holz- und Möbelverbandes (SHM) bevorzugen nur etwa 25 % der Schweizer Haushalte nachhaltige Bauholzprodukte – ein Wert, der seit 2015 nicht mehr gestiegen ist. Dies liegt teilweise an fehlender Aufklärung, aber auch an der hohen Preisspanne zwischen heimischem und Importholz.

  • Seit 2018 sank der Umsatz mit Bauholz in der Schweiz um etwa 12 %.
  • Die Schweiz deckt nur rund 40 % des Bedarfs an Massivholz aus heimischen Ressourcen.
  • Nur etwa 25 % der Schweizer Haushalte bevorzugen nachhaltige Bauholzprodukte.
  • Die Preise für Importmaterialien wie Stahl und Beton stiegen in den letzten Jahren um bis zu 20 %.
  • Die Bauwirtschaft leidet unter fehlender strategischer Planung für die heimische Holzproduktion.

Doch die Situation könnte sich bald ändern. Die Schweiz hat mit dem neuen Bauholzstrategie 2030 einen klaren Fahrplan vorgelegt, der auf die Förderung der heimischen Holzindustrie setzt. Ziel ist es, den Anteil heimischen Bauholzes bis 2030 auf 70 % zu steigern. Besonders vielversprechend sind Projekte wie das neue Holzbauzentrum in Appenzell oder die Ausbau der Holzzertifizierungssysteme. Experten hoffen, dass diese Maßnahmen die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten langfristig steigern und die Abhängigkeit von Importen verringern können. mehr erfahren

Allerdings bleibt die Frage, ob die Schweiz die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur und die Ausbildung der Fachkräfte bereitstellen kann. Während einige Kantone wie Zürich oder Genf bereits erste Pilotprojekte starten, fehlt es in vielen Regionen an einer koordinierten Strategie. Zudem bleibt die Konkurrenz durch günstigere Importprodukte ein strukturelles Problem. Um die Holzindustrie zu stärken, müssten nicht nur politische Rahmenbedingungen verbessert, sondern auch die Verbraucher für die Vorteile nachhaltiger Bauweisen sensibilisiert werden. Nur so kann die Schweiz ihre Position als Vorreiter in der nachhaltigen Bauwirtschaft behaupten.

Insgesamt zeigt die aktuelle Entwicklung, dass die Schweiz ihre Abhängigkeit von Importen und die mangelnde Nutzung heimischer Ressourcen nicht mehr ignorieren kann. Die Zeit für gezielte Maßnahmen ist jetzt – bevor die Nachfrage nach nachhaltigen Materialien weiter steigt und die heimische Industrie noch stärker unter Druck gerät.

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